Mirabellen-Kuchen und fruchtiges Chutney mit Mirabellen

Donnerstag, 28. August 2014

Es läßt sich nicht länger leugnen:
Der Hochsommer ist vorbei!
Zwar werden wir zur Zeit noch einmal mit sommerlichen Tagen verwöhnt, doch irgendwie ist das Licht schon anders, die Tage werden kürzer, der Garten verfärbt sich langsam, die Farbintensität und Üppigkeit der Blüten geht und die Temperaturen fallen... 
Der Spätsommer hält Einzug!
 
Und was hält er für superleckere Früchte bereit!!!
 Den Auftakt heute macht die Mirabelle. Übervoll waren die buschartigen Bäume an der Weide in diesem Jahr, weshalb mein Vater auch so ausgesprochen großzügig mit dem Verteilen war und mir netterweise auch welche gepflückt hat. Nicht schlecht staunte ich allerdings, als er mit einem ganzen Eimer voller Mirabellen ankam, hatte ich doch eigentlich nur einige für einen Blechkuchen eingeplant. Und nicht schlecht staunte ich auch über das Aussehen der Mirabellen, denn eigentlich hatte ich sie gelblich in Erinnerung, also quasi Aprikosen in Kleinformat. Doch die Mirabellen, die mein Vater mir brachte, sahen eher aus wie Pflaumen im Miniformat. Es gibt also auch rote Mirabellen, was mir bis dahin gar nicht so bekannt war, und ich kann nur sagen.... lecker!!
Doch was tun mit einem ganzen Eimer voller Mirabellen?
 
 Ich habe erst einmal den geplanten Blechkuchen gebacken und möchte das Rezept hier unbedingt weitergeben, weil er so köstlich schmeckt. Die ersten Stücke haben wir noch lauwarm mit einem Klecks geschlagener Sahne genossen. Allgemein wurde dabei angemerkt, daß so ein Kuchen so frisch aus dem Ofen aber auch einfach unschlagbar ist. Nachdem wir dann einen Tag weg waren, hat mein Mann am darauffolgenden Tag noch die letzten Stücke gegessen mit der Bemerkung: "So durchgezogen schmeckt der Kuchen aber auch ganz besonders gut!"
Was nun also besser ist, solltet Ihr selbst einmal ausprobieren!
 
 
 
Blechkuchen mit Mirabellen und Honigstreuseln
 
Für den Mürbeteig:
300 g Mehl
100 g Puderzucker
80 g geriebene Haselnüsse
1 Prise Zimt
1 Ei
200 g Butter in Würfel geschnitten
 
Alles zu einem glatten Teig verkneten und in Folie gewickelt 20 Minuten kalt stellen.
 
Belag:
800 g Mirabellen, waschen, entsteinen und halbieren
300 ml Orangensaft
1,5 Pck. Vanillepudding
300 ml Sahne
4 EL Zucker
Honigstreuseln:
100 g Butter
175 g Mehl
50 g Mandelblättchen
2 EL Honig
80 g Zucker
 
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. 8 EL Orangensaft mit dem Puddingpulver glatt rühren. Restlichen Saft mit Sahne und Zucker in einem Topf zum Kochen bringen und den Puddingsaft einrühren. Einmal aufkochen und dann abkühlen lassen.
Streuselzutaten miteinander verkneten.
Ein Backblech mit Backpapier belegen, Mürbeteig ausrollen und auf das Blech legen. Pudding darauf verstreichen und mit den Mirabellen belegen. Zum Schluß die Streusel darauf verteilen und ca. 40 Minuten backen.
 
Für den Kuchen benötigt man ja nur 800 g Mirabellen; somit war der Eimer also nicht einmal zu einem Viertel geleert. Den Rest habe ich teilweise eingeweckt für einen späteren Zeitpunkt zum Nachtisch oder Kuchen und eine große Menge habe ich verwandt für ein fruchtig / scharfes Chutney. 12 Gläser sind daraus entstanden und auch dieses Rezept möchte hier weitergeben:  
 


 
Fruchtiges Chutney mit Mirabellen und Mango
 
Zutaten:
750 g entsteinte, vollreife Mirabellen
1 große Mango, schälen, entsteinen und in kleine Stücke geschnitten
200 g Zwiebeln, gehackt
3 Knoblauchzehen gepresst
daumengroßes Stück Ingwer, geschält und gehackt
1 Chilischote, gehackt 
1 EL Currypulver (ich habe Madras verwendet)
2 TL grobes Meersalz
250 g brauner Zucker
200 ml Weinessig
 
Alle Zutaten zusammen in einen Topf geben und unter rühren zum Kochen bringen. Bei reduzierter Hitze eine Stunde köcheln lassen und dann in Gläser füllen. Ca. 10 Minuten auf den Kopf stellen.
 
Vier Wochen durchgezogen wird der Geschmack noch voller und besser. Er ist fruchtig süß und gleichzeitig pikant mit einer leichter Schärfe. Bei den Zutaten kann man durchaus variieren. Es schmeckt z.B. auch ohne Mangos oder statt der Mirabellen mit Pflaumen als Basis, wer es lieber schärfer mag, nimmt einfach mehr Chilis, Koriander macht sich z.B. auch gut als zusätzliches Gewürz...
 
Es ist mindestens sechs Monate in den verschlossenen Gläsern haltbar und schmeckt wunderbar zu allem Kurzgebratenem oder auch zum Grillgut.
.

So lecker die kleinen Mirabellen ja auch sind, ist die Arbeit des Entsteinens allerdings nicht zu unterschätzen, vor allem in großen Mengen braucht es seine Zeit. Ich habe einen Kirschkern-Entsteiner zur Hilfe genommen, was ganz gut ging. Allerdings macht das Entkernen auch die Hände nicht wirklich hübscher und hinterläßt leichte Verfärbungen. Handschuhe sind also empfehlenswert, nur kann ich damit leider nicht gut arbeiten.
 
Nach getaner Arbeit habe ich erst einmal einen schönen Sparziergang mit den Hunden gemacht und nach meiner Rückkehr zwei Eimer voller Zwetschgen in unserer Küche vorgefunden....
Dabei konnte mir der Kirschkern-Entsteiner dann leider auch nicht helfen und die Hände sind nun gar nicht mehr vorzeigbar!

Trendfarbe Koralle und dazu leckeren Lachs

Montag, 11. August 2014

Alle Signale auf rot, denn in diesem Sommer heißt die Trendfarbe Koralle!!
Oder auch Cayenne, wie die Farbe bei Pantone heißt!
Wie auch immer: wunderschöne Rottöne, von Feuerrot über Koralle und Hummer bis hin zu Pink, gepaart mit Apricot-, Pfirsich und Lachstönen füllen ein Stoffregal seit dem Frühjahr in meinem Atelier und sehen dabei wunderbar sommerlich frisch aus!
Einige dieser Stoffe sind auch schon verarbeitet in Form von Kleidungsstücken in meinen Kleiderschrank gewandert.
 
Meinen neuen Rock aus einem meiner Lieblingsstoffe möchte ich Euch hier zeigen! Er gefällt auch unserem Dackel Gustav ganz gut, wie man auf dem folgenden Bild erkennen kann :-)
 
 
 
 
Der Rock ist nicht sehr schwer zu nähen. Vorder- und Rückenteil werden nur in Falten gelegt, also ohne die Falten zu nähen, dann kommt obendrauf ein Bündchen oder eine kleine Passe. Den Reißverschluß habe ich seitlich eingesetzt. Man muß nicht einmal zwingend ein Futter einnähen. Durch den Seidenanteil hat der Rock einen leichten Glanz und sieht sehr edel aus, macht sich aber auch hervorragend leger zu einem Shirt oder Jeanshemd. Ich habe den Schnitt selbst gemacht, habe aber bei Burda einen sehr ähnlichen Schnitt für Euch gefunden, der mit der Burda-Anleitung auch sicher nicht allzu erfahrenen Näherinnen gelingt.
 

Technische Zeichnungen: burda style
© Verlag Aenne Burda GmbH & Co. KG, Offenburg
Den Schnitt findet Ihr hier
 

Weitere Koralletöne sind in Form von neuen Kissen bei uns ins Haus eingezogen. Zwei gestreifte Modelle mit Beige-/Weißtönen und ein Unifarbenes mit einer gröberen Struktur (Baumwolle/Leinen).  
 
Alle Stoffe (Rock und Kissen) sind bei mir erhältlich solange der Vorrat reicht :-)
 
Bei Interesse einfach kurz schreiben.
 
 




Und weil das heute so gut zu diesen Farben passt und außerdem eines unserer absoluten Lieblingssommerpasta-Gerichte ist, möchte ich Euch auch noch diese leckeren Spaghetti mit Räucherlachs vorstellen.
 
Wir essen dieses Gericht gerade in den Sommermonaten sehr häufig. Gerne auch mit Gästen draußen auf der Terrasse, denn man steht nicht allzu lange am Herd! Das Pesto läßt sich fabelhaft vorbereiten und so muß man nur noch kurz die Nudeln kochen und den Lachs mit den Tomaten anbraten. Alles in einem Topf vermischen und ruckzack auf den Tisch! Es schmeckt sommerlich leicht und sehr frisch durch das Zitronenpesto.  
 
 Pasta mit Zitronenpesto und Lachs
Zutaten:
Für das Pesto:
1 Bio-Zitrone
2 Knoblauchzehe
100 g Parmesan
1 Bund glatte Petersilie
1 großen oder zwei kleine Töpfchen Basilikum
12 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer
500 g Spaghetti
150 g Rucola
250 g Kirschtomaten
200 g geräucherten Lachs
3 EL Schmand
Zitrone waschen und die Schale abreiben und auspressen. Knoblauch schälen und grob hacken. Parmesan reiben. Kräuter waschen, trocken schütteln und Blätter abzupfen. Alles zusammen mit dem Olivenöl und 3 EL Zitronensaft pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Nudeln kochen. Rucola putzen und waschen und dann kleiner schneiden. Tomaten waschen und halbieren. Lachs in Streifen schneiden.
 
2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und zunächst die Tomaten darin 3-4 Minuten braten. Den Lachs zugeben und ca. 2 Minuten mitbraten.
Nudeln abgießen und dann wieder in den Topf geben.
Schmand, Pesto und Rucola unterheben und mit den Tomaten und dem Fisch mischen. 

Freispruch für Brombeeren

Samstag, 9. August 2014

Als ich in der letzten Woche den Gugelhupf mit Brombeeren servierte und freudig erklärte, daß ich die ersten Brombeeren des Jahres für diesen Kuchen gesammelt und außerdem auch noch gleich ein paar Fruchtstände der Brombeeren für einen Blumenstrauß gepflückt habe, kam sofort der skeptische Einwand:
"Aber hoffentlich ohne Fuchsbandwurm, oder?!"
 
Der Kuchen war sehr lecker und deswegen möchte ich auch gern das Rezept weitergeben! Man will aber doch auch wirklich bedenkenlos die kleinen wilden Beeren genießen und deswegen möchte ich hier das Thema Fuchsbandwurm kurz aufnehmen:
 
Was hat es nun eigentlich mit dem Fuchsbandwurm auf sich? Wie gefährlich ist das Beerensammeln und welche Gefahr geht von den wilden Früchten aus?
 
 
 
 
 
"Ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlicher, als sich durch den Verzehr von Waldbeeren mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren", entwarnt Prof. Klaus Brehm, Biologe der Uni Würzburg, in einem Artikel der Apotheken Umschau vom 24.04.2012. Er erklärt weiter, daß Beeren die hoch am Strauch hängen, als Infektionsweg ausscheiden. Es ist von keinem Fuchsbandwurm-Patienten bekannt, daß er sich durch Waldbeeren angesteckt hat und so ist die Möglichkeit der Übertragung durch Waldbeeren oder Pilzen nicht belegt. Die verbreitete Angst vor Waldfrüchten ist daher fast immer unbegründet.
 
Doch wie kommt es zu einer Übertragung bzw. mögliche Infektion mit dem Fuchsbandwurm?
 
Der Parasit lebt im Darm von Füchsen. Über die Ausscheidungen der infizierten Füchse oder auch der gelegentlich infizierten Hunde und Katzen, die den Parasit z.B. durch infizierte Mäuse oder Ratten aufgenommen haben, gelangen die Wurmeier in die Umwelt. Eine Übertragung der Wurmeier auf Menschen findet dann ausschließlich über den Kontakt zum Mund statt. Und zwar entweder nach direktem Kontakt mit einem infizierten Tieren, an deren Fell die Eier haften können oder durch den Umgang mit verseuchter Erde, erklärt das Robert-Koch-Institut. Ein erhöhtes Risiko sich die Fuchsbandwurm-Erkrankung zu holen haben daher vor allem Personen, die in der Landwirtschaft tätig sind, Jäger und Waldarbeiter oder Menschen die Umgang mit Hunden und Katzen haben, die gern in Wäldern unterwegs sind und gern auf Mäusejagd gehen. Händewaschen und regelmäßige Wurmkuren bei den Hunden sind somit unbedingt wichtig.

Betroffene Regionen finden sich in erster Linie im gesamten süddeutschen Raum, vor allem die Schwäbische Alb, die Alb-Donau-Region, Oberschwaben und das Allgäu. Im übrigen Deutschland sind es nur Einzelfälle. Jährlich gibt es in Deutschland ca. 20 bis 30 Neuerkrankungen, die Infektion mit dem Fuchsbandwurm zählt damit zu den seltensten Parasitosen Europas erklärt Prof. Brehm.
 
Wie eigentlich bei jedem Obst, sollte man Waldfrüchte, gerade aus Bodennähe, sehr gründlich waschen. Außerdem sollte man zur weiteren Sicherheit überhaupt nur die höher gelegenen Früchte sammeln, denn es ist sehr unwahrscheinlich, daß Fuchskot an diese Beeren gelangt. Die Eier des Fuchsbandwurms sterben ab Temperaturen über 60 Grad Celsius zuverlässig ab, selbstgekochte Marmelade ist also völlig gefahrlos.
 
Das Deutsche Grüne Kreuz e.V. spricht vom
"Freispruch für Blaubeeren, Brombeeren und Co."
 
Also laßt Euch den Geschmack nicht verderben, sammelt die leckeren Beeren und genießt sie nach Beachtung der entsprechenden Schutzmaßnahmen.
 
 
In Blumensträußen machen sich die Blütenstände auch superschön. Ich habe mir ein paar abgeschnitten an denen noch nicht reife Beeren waren und ihnen Hortensien und Rosen aus dem Garten zur Seite gestellt.
Sieht toll aus und hält sich eine ganze Weile in der Vase.
 
 
Spätestens ab Juli kann man die ersten reifen Brombeeren ernten. Übrigens reifen Brombeeren nach dem Pflücken nicht mehr nach, deswegen also nur ausgereifte Früchte sammeln.
 
Gugelhupf mit Brombeeren
 
250 g Brombeeren
350 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
250 g weiche Butter
Salz
220 g Zucker
5 Eier
1 Vanilleschote
120 ml Milch
 
100 g Puderzucker und 2-3 EL Zitronensaft für den Zuckerguss
 
Brombeeren gründlich abspülen, trocken tupfen und verlesen.
Eine Gugelhupfform fetten. Mehl und Backpulver mischen.
Vanilleschote längs aufschneiden und Mark herauskratzen.
Butter, 1 Prise Salz, Zucker und das Vanillemark
mind. 5 Minuten schaumig schlagen.
Eier einzeln unter rühren zufügen. Mehl und Milch abwechselnd einrühren.
Den Teig mit den Brombeeren abwechselnd in die Backform fühlen und im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad ca. 50 Min backen.
Kuchen erst in der Form und nach ca. 10 Minuten auf ein Kuchengitter stürzen und abkühlen lassen.
Puderzucker und Zitronensaft zu einem glatten Guss verrühren und über den Kuchen geben.  


Unser Sommergarten

Mittwoch, 30. Juli 2014

 Unser Garten hat im Juni und Juli seinen großen Auftritt und damit den Höhepunkt der Gartensaison. Alles steht in voller Blüte: Rosen, Lavendel, Katzenminze, Frauenmantel, andere Stauden und dann die Stockrosen, die zarten Malven und die vielen Hortensien. Außerdem tragen die Obststräucher viele Früchte und die Holunderblüten duften.
 
 
Ich möchte Euch heute einfach mal mitnehmen in unseren Garten und einige Eindrücke aus den letzten beiden Monaten zeigen. 
Vorab dazu einige Eckdaten:
Unsere Hof- und Gebäudefläche hat insgesamt ca. 2250 m², wovon ca. 700 m² für die Gebäudeflächen der Scheune und unseres Wohnstalls zu berechnen sind. Verbleiben also ca. 1600 m² Gartenfläche, eingebettet in die angrenzenden Weiden mit unseren Tieren.  
 
Den Garten haben mein Mann und ich angelegt. Während er vor allem für die Bäume und Hecken zuständig ist, widme ich mich der Beetgestaltung. Die Formen und die grundsätzliche Struktur überlegen wir gemeinsam. Die Pflege liegt bei mir.
 Einiges, wie z.B. die Obstwiese und sonstiger Baumbestand, hat den großen Umbau glücklicherweise überlebt. Vieles, vor allem die Beete, mußte ich neu anlegen. Sie sind jetzt zwei Jahre alt.
 
Während des Umbaus war ich oft der Verzweiflung nahe. Durch die neuen Fundamente und Dränagen mußte so vieles aufgerissen werden und es sah grauenvoll aus. Sehr viele Stauden und Rosen haben diese Zeit nicht überlegt, obwohl ich sie alle umgesetzt hatte. 
 
Hier seht Ihr ein Foto aus der Zeit.
 
 
Der Sandsteigtrog hat es überlegt!
 
 In den letzten zwei Jahren ist viel passiert; so langsam erhält unser Garten ein Gesicht. 
Fertig ist er aber noch nicht; dafür schwirren zu viele Ideen und Wünsche in unseren Köpfen herum!  
 
In dem wunderschönen Buch von Manfred Lucenz & Klaus Bender "Ein Garten ist niemals fertig", erschienen im Callwey Verlag, klick, heißt es in der Einleitung:
"Ein Garten ist für uns kein fertiges Endprodukt, sondern ein fortlaufender Prozess des Wachsens, Werdens und Vergehens. Gärtnern bedeutet nicht nur zu pflanzen, zu hegen und zu pflegen, sondern auch die Pflanzen zu beobachten und über den Garten nachzudenken. Alle Sinne sind dabei gefordert..."
 
 
 
An der Terrasse habe ich einen breiten Streifen mit Lavendel angelegt, der in diesem Jahr ganz wunderbar blühte und uns bei den Abendessen am Gartentisch mit seinem Duft verwöhnte. Mittlerweile ist er schon verblüht und ich habe ihn zurückgeschnitten. Der Blick wird weitergeführt auf eine antike Norderneyer Straßenlaterne, ein Hochzeitsgeschenk.
 
 
  
 
 Die Kleinstrauchrose "The Fairy" schmiegt sich über den Muschelweg zum Atelier.

 
 Hugo genießt den Garten zwischen Storchschnabel, Malven und Katzenminze.  
 
 
 Die Rose "Leonardo da Vinci" beschenkt uns jedes Jahr mit einer reichen Blüte. Sie hat auch den Umbau überlebt. In einem halbkreisförmigen Beet stehen sieben, mittlerweile große Rosenbüsche, denen ich u.a. die Katzenminze "Walkers Low" zur Seite gestellt habe. Es ist ein sehr unkompliziertes Beet. 
Auf dem rechten Bild erobert die Ramblerrose "Bobby James" eine Birke.  




 Der Storchschnabel "Rozanne" ist vielfach in unserem Garten vertreten. Er schlängelt sich um Buchsbaumkugeln oder durch die alten gusseisernen Zäune. Unermüdlich blüht er fast bis in den November hinein und das jedes Jahr wieder ganz zuverlässig aufs Neue. Er ist zu einer wichtigen Stütze im Garten geworden.
 
 
Der Storchschnabel "Apfelblüte" wächst deutlich niedriger als "Rozanne" und blüht in einem zarten Rose. Er schlängelt sich um die Buchskugeln zum Haupteingang. Eine typisch ostfriesische Stimmung ist dort auf der rechten Seite zu sehen: Wind, Sonne und Wolken die am Himmel vorüberziehen. Typisch ostfriesisch sind auch die Linden. Wir haben eine ganze Reihe davon als Abgrenzung zur Weide gesetzt.  
 
 
Auf der Rückseite des Hauses haben wir ein Gartenbett für ein Schläfchen zwischen den Hortensien! 

 
 
Ein Blick über den Staketenzaun, der Duft- und Indianernessel im Zaum hält , auf unser Sorgenkind, den Gartenteich. Wie Ihr seht, ist er grün! Ich habe immer wieder Schubkarren voller Entengrütze abgefischt! Mittlerweile habe ich den Kampf fast aufgegeben, denn er ist immer wieder bereits nach wenigen Tagen grün. Dafür blüht der Wasserdost wenigstens sehr schön!  




Das war ein kleiner Einblick in unseren Garten!
Unseren Kräutergarten hatte ich schon einmal hier gezeigt.


Heidelbeerquark und leckere Heidelbeermuffins

Montag, 28. Juli 2014

Heute geht's hier mal ganz zügig zu.
Ernten brauchen wir erst gar nicht selbst, denn wir haben gar keine Blaubeeren.
Also nur schnell auf den Wochenmarkt zum Händler unseres Vertrauens und die kleinen Köstlichkeiten kaufen (natürlich die ungespritzten) und am besten ruckzuck verarbeiten.
Denn stehen sie einfach nur so in der Küche herum, kann es durchaus passieren, daß nicht mehr viele Heidelbeeren zum Verarbeiten dableiben...
schmecken sie ja auch pur ganz köstlich!  

Ich möchte zwei blitzschnelle Rezepte mit Blaubeeren zeigen.
Einmal einen fruchtigen Quark und dann Blaubeermuffins. 
Beides kann man übrigens auch super unterwegs genießen, z.B. beim nächsten Picknick!?
 

 
 
 
Heidelbeerquark
 
500 g Heidelbeeren
125 g Sahne
1 Päckchen Sahnesteif
2 Eigelb
ca. 60 g Zucker
2 TL Vanillezucker
300 g Quark (20 %)
 
Die Heidelbeeren waschen und 150 g davon pürieren. Die Sahne mit dem Sahnesteif schlagen und kühl stellen. Die Eigelbe mit dem Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Nun die pürierten Heidelbeeren im Wechsel mit dem Quark zufügen und zu einer lockeren Masse rühren.
Die Sahne und die restlichen Heidelbeeren unterziehen.
 

 
 
Heidelbeermuffins
 
250 g Heidelbeeren
250 g Mehl
2 TL Backpulver
50 g Butter
1 Ei
3 EL Honig
100 g Joghurt
100 g saure Sahne
 
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Heidelbeeren waschen und abtropfen lassen und mit ein bißchen Mehl bestäuben. Mehl und Backpulver mischen. Butter schmelzen. Ei, Honig, Joghurt und saure Sahne verrühren, Butter unterrühren, Mehl einarbeiten und zum Schluß die Heidelbeeren unterheben.
Entweder in ein gebuttertes und mit Papierförmchen ausgelegten Muffinblech füllen und ca. 25-30 Minuten lang goldbraun backen.
Abgekühlt servieren. 
 

Familiengemüse

Mittwoch, 23. Juli 2014

Gibt es ein Familiengemüse? 
 
Ich meine damit ein Gemüse ähnlich wie ein Familienrezept. Das sich allseits großer Beliebtheit erfreut, ob bei Kindern oder Großeltern, zu dem es Geschichten zu erzählen gibt oder an dem Erinnerungen hängen. Das bereits über Jahre einen Stammplatz auf dem heimischen Esstisch hat und dabei in verschiedenen Variationen?! Ich würde sagen: Wir haben so ein Gemüse! Und zwar die oftmals unterschätzten "Dicken Bohnen" oder auch "Sau-Bohnen", wie sie in einigen Regionen genannt werden.
 
Eine meiner ersten Gartenerinnerungen ist z.B. nicht etwa Unkrautjäten oder das Pflücken von bunten Blumen?! Nein, es ist "Bohnen puhlen" auf der Terrasse. Als Kind waren es gefühlte und gar nicht kleiner werdende Berge von Bohnenschoten. Dabei haben auch immer gerne die Hofferiengäste geholfen.  
Und dann gab es am nächsten Tag die ersten neuen Dicken Bohnen für alle zum Mittag! Köstlich!
 
Mein Vater hat mittlerweile den Anbau und die Ernte der Bohnen komplett übernommen und quasi ein kleines "Feld" damit bepflanzt. Wunderschöne große Pflanzen mit vielen dicken Bohnenschoten dran, die bewundernde Blicke von vorbeifahrenden Radfahren ernten. Hin und wieder wird er gefragt, wer denn diese großen Massen isst! Mein Vater lächelt dann nur; weiß er doch um seine Familie und deren Leidenschaft für dicke Bohnen. In diesem Jahr betrug die Ernte vier volle Schubkarren, die dann noch aus der dicken Hülse befreit werden mußten. Seine Hände sahen danach schlimm aus!!
 Meine Mutter übernimmt dann die Weiterverarbeitung und friert die Bohnen ein, so müssen meine Schwester und ich uns dann also nur noch die fertig portionierten Tüten abholen! Luxus!
 
 
 
 
Oftmals kommen die Bohnen als Beilage zu Fleischgerichten gemischt mit kleinen Möhren auf den Tisch oder auch gern in einem deftigen Eintopf mit Kartoffeln und Fleischwürfeln. Zu Spaghetti schmecken sie aber auch wunderbar!
Als mein Mann übrigens bei einem ersten gemeinsamen Essen mit der Familie beim Anblick der dicken Bohnen erklärte, daß diese ein "Lieblingsgemüse" von ihm seien, erntete er allseits ein anerkennendes Lächeln und der Einstieg in die Familie war perfekt!
 
Ich möchte hier heute zwei Gerichte mit Dicken Bohnen vorstellen, wobei das eine mehr ein kleiner Snack ist. 
Nun hat sicher nicht jeder zu Hause einen Vater der ein Feld mit Dicken Bohnen bepflanzt. Zum Glück gibt es sie aber ja gerade auf dem Markt bzw. im Supermarkt und noch dazu für kleines Geld. Wenn einem aber auch das Auspalen aus der dicken Hülse zu lange dauert, kann man auch im Tiefkühlfach nachschauen.
 
Kommen wir zum ersten Rezept:
 
 
Spätzle Pfanne mit Dicken Bohnen und Kabanossi
 
Je 400 g frische Spätzle aus dem Kühlregal,  Dicke-Bohnen und ein kleiner Spitzkohl
250 g Kabanossi
1/4 l Gemüsebrühe
Öl, Salz und Pfeffer
 
Spätzle in kochendem Salzwasser garen und abtropfen lassen.
Dicke Bohnen in kochendem Salzwasser blanchieren, abgießen und abschrecken und die weiße Haut entfernen.
Spitzkohl vierteln, waschen und vom Struck in Streifen schneiden.
Kabanossi in Scheiben schneiden.
Öl in einer großen Pfanne erhitzen und Kabanossi unter Wenden darin anbraten. Spätzle kurz mitbraten und dann beides herausnehmen.
Kohl und Bohnen im Bratfett ca. 5 Minuten braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Brühe angießen und weitere 3-4 Minuten garen. Kabanossi und Spätzle hinzugeben und bei Bedarf noch einmal nachwürzen.
 
 
 
 Die Grundlage bzw. das folgende Rezept habe ich in diesem wunderbaren Kochbuch entdeckt. Ich habe es nur leicht abgewandelt. Man kann es als Snack reichen oder auch als Vorspeise. Es schmeckt einfach super!
 
 
Bohnenpüree auf Mozzarella-Rucola-Crostini
 
Für das Bohnenpüree
450 g dicke Bohnen
1/2 Töpfchen frischen Basilikum
50 g Parmesan oder Pecorino
2 EL Olivenöl
1 TL Zitronensaft
Salz und Pfeffer
 
Für die Crostini
250 g Büffelmozzarella
1 Baguettebrot in Scheiben
1 große Knoblauchzehe, geschält und halbiert
Eine Handvoll Rucola
Olivenöl
Fleur de Sel
 
Die Bohnen in kochendem Salzwasser ca. 2-3 Minuten kochen, abgießen und abschrecken und die Haut anritzen und den Kern herausdrücken.
Bohnenkerne mit Basilikum zu einer großen Paste pürieren. Käse, Öl und Zitronensaft untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Mozzarella zerpflücken und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Baguettescheiben toasten und mit den Knoblauchhälften einreiben.
Erst das Bohnenpüree, dann Mozzarella und Rucola darauf verteilen, mit Öl beträufeln und mit Fleur de Sel bestreuen.
Die Crostini sofort servieren.   








Hofzuwächse und schneller Joghurtkuchen

Mittwoch, 16. Juli 2014

Was gehört zu einer typischen Hof-Idylle mit Tieren und den entsprechenden Menschen, die ein Selbstversorgerdasein leben?
 
Glückliche Hühner!!
Natürlich!!
 
Freilaufende Hühner, die über die grünen Flächen ziehen, das Frühstücksei nur allzu gern liefern und stets begleitet werden von einem stattlichen Hahn, der morgens den Tag mit seinem fröhlichen Krähen begrüßt. Und so waren auch Hühner eine unserer ersten Anschaffungen vor Jahren, als wir uns für dieses Landleben entschieden haben. Und "vor Jahren" sagt eigentlich auch schon alles: Die Hühner sind in die Jahre gekommen, legen nur noch sehr sporadisch und fallen vor Altersschwäche schon fast von der Stange :-) Der stattliche Hahn hat auch bereits das Zeitliche gesegnet!
 
Es mußten also neue Hühner her. Wichtig war uns bei der Anschaffung das Wissen um die Herkunft und Haltungsweise. Wir wollten auf keinen Fall Hühner, die mit Medikamenten oder irgendwelchem Superfutter großgezogen wurden. Sie sollten von sich aus kraftvoll, gesund und dabei jung sein. Bei einem Bekannten fanden wir solche Hühner aus seiner eigenen Zucht, wobei die Rasse aufgrund wilder Kreuzungen nicht mehr klar zu definieren ist. Eigentlich hatten wir im Familienrat zehn Hühner abgesprochen, doch mein Mann, der irgendwie immer die Sorge hat wir könnten am Hungertuch nagen, hat klammheimlich 16 Hühner bestellt und diese sind nun bei uns eingezogen.
 
Wir haben sie am ersten Tag im Stall gelassen, damit sie sich erst einmal eingewöhnen. Das ging aber erstaunlich schnell, denn eigentlich hatten sie nur ihr Futter im Kopf, wie man auf den Bildern auch sehen kann.
 
Am nächsten Tag haben wir sie schon mit den anderen Hühnern frei laufen lassen und alles klappt wunderbar. Das mit den Nestern für die Eier war den Hühnern allerdings wohl bisher noch nicht so bekannt. Das müssen sie sich also definitiv noch mal von den alten Hühnern abgucken!! Denn zur Zeit legen sie ihre Eier auch noch gern an irgendwelchen unmöglichen Stellen, wo wir sie suchen müssen :-)

Dafür sind die Eier aber super und vor allem lecker!

Ein neuer Hahn kam dann noch von einem anderen Bekannten, der uns dieses Prachtexemplar sehr ans Herz gelegt hatte. Er ist noch sehr klein und ich hatte bisher keine Gelegenheit ein Foto von ihm zu machen, weil er sich irgendwie immer versteckt. Ich glaube fast, er hat ein bißchen Angst vor der Anzahl und Größe seiner ihm anvertrauten Damen.
 
Die neuen Eier habe ich dann auch gleich für einen Kuchen benötigt, den ich hier zeigen möchte, weil ich nach dem Rezept gefragt wurde. Ein schneller Joghurtkuchen, bei dem einfach nur alle Zutaten zusammengemixt werden und der dann nur noch für eine Stunde in den Backofen muß. Fertig! Durch den Joghurt und das Öl ist er schön saftig!  

 


 Kastenkuchen mit Joghurt
 
200 g Vollmilch-Joghurt
240 g Zucker
240 g Mehl
150 ml Speiseöl
3 Eier
1 Päckchen Backpulver
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
abgeriebene Schale von einer 1/2 Zitrone
 
Alle Zutaten in eine Schüssel geben und 5 Min. auf höchster Stufe rühren. Den Teig in eine gefettete und mit Mehl bestäubte Form glatt streichen und bei 175 Grad im vorgeheizten Backofen etwa eine Stunde backen.
Evtl. mit Zuckerguss und Mandelblättchen garnieren. 

Dann gibt es am Hof noch weiteren Zuwachs zu vermelden:
 Sieben kleine Entenküken sind dieser Tage geschlüpft!  
 
 

 
Copyright © Test | Theme by Neat Design Corner |